Hätte Aristoteles gekocht, hätte er mehr geschrieben.
(Juana Ines de la Cruz)

Samstag, 1. Januar 2011

Speis und Trank, 31.12.2010




Frühstück:
nix

Mittagessen (daheim):
Nudeln mit so einer selbstgebastelten Rahm-Kräuter-Sauce. musste schnell gehen.



Nachtessen (die grosse Sylvester-Party bei Kollegen):
Häppchen, mit Gänseleber (oh, ja!) und Reh-Terrine
mein Thai-Fisch-Süppchen (so eine Art Rezept gibt es dann noch)
Kalbs-Kotelett aus dem Ofen, niedergegart, Nudeln, eine Art Caponata
Mandarinen-Creme-Torte
Weisswein: Jeninser, Pinot Gris, 2008 (von Obrecht)
Rotweine: Mondavi, Cabernet Sauvignon, Reserve 2004. und: Pahlmeyer 2005



abends (wann denn?):
ein übler Champagner. grauenhaft.


Freitag, 31. Dezember 2010

Grundlagen der mexikanischen Küche (4): Vom Hoden-Baum und Wanzen



Die Avocado hat viele Namen. Neben dem lateinischen «persea americana» heisst sie auch Avocadobirne, Advokatenbirne und sogar Alligatorbirne. Die letzteren Bezeichnungen sind natürlich Verballhornungen. Avocado stammt aber vom Nahuatl-Wort «ahuacatl» ab. Das ist eine Abkürzung für «ahuacacuahatl», einen aztekischen Begriff, der «Hodenbaum» bedeutet. Die Erklärung: Avocados wachsen immer paarweise.

Keine Früchte sind so reich an Protein wie Avocados. Wenn sie reif sind, bestehen sie zu 30 Prozent aus Öl. Dazu ist zu bemerken, dass in Europa nur selten reife Avocados zu kaufen sind. Das ist an sich keine Katastgrophe, denn die Avocado reift nicht am Baum, sondern erst nachdem sie gepflückt wurde. Am besten reift sie, in Zeitungspapier gewickelt, bei Zimmertemperatur nach. Ist sie dann reif und weich, hält sie sich gut noch einige Tage im Kühlschrank. Es gibt heute etwa 500 Sorten von Avocados. Jene aus dem hiesigen Angebot stammen aber leider kaum aus Mexico, sondern meist aus Israel.

Bei einem der berühmtesten mexikanischen Gerichte, der Guacamole, schliesst sich ein Kreis: Das Wort Guacamole kommt wieder aus dem Nahuatl und ist eine Mischung aus dem «ahuacatl» und der «molli», dem Gemisch - also eine Komposition aus und mit Avocado. Und die Guacamole ist eine schöne Mischung, auch optisch, aus dem sanften Pastellgrün der Avocados, dem dunkleren Grün des Korianders und dem ruhige Rot der Tomaten. Was es sonst noch für eine klassische Guacamole braucht: fein geschnittene Zwiebeln, ebenso fein geschnittene und nicht zu scharfe Chilis sowie Salz. Diese Zutaten werden zuerst zusammen mit dem Koriander zu einer Paste verarbeitet. Dann werden die Avocados dazugedrückt. Und das heisst wirklich gedrückt, denn Avocados gehören nie und nimmer in den Mixer. Man zerdrückt sie mit einer Gabel oder einem Löffel. Zum Schluss werden die Tomaten hinzugegeben.

Die Guacamole wird in Mexiko immer frisch zubereitet und sofort nach der Zubereitung auf den Tisch gebracht, denn sie kann sich schon nach wenigen Minuten unappetitlich verfärben. Da hilft auch das Beträufeln mit Zitrone nichts. «Der Kartoffelstock wartet nicht auf den Gast, sondern der Gast auf den Kartoffelstock» hiess es beim französischen Philosophen Brillat Savarin. Dieser Satz trifft gewiss auch auf die Guacamole zu. Zur Verwendung von Zitronensaft kann im Allgemeinen gesagt werden, dass er  den Geschmack der köstlichsten Gerichte verderben kann. Das gilt im Besonderen für die Guacamole und in höchstem Masse auch für Fisch.

In Mexico geniesst man zur Guacamole natürlich Tortillas, aber auch Chicarron. Das ist knusprig gebratene Schweeinehaut, die man gern in den Avocado-Dip taucht. Sehr gut schmeckt auch die Avocadosuppe, für die jeder mexikanische ein eigenes Rezept hat. Die Avocado kann auch einen Salat verfeinern. Die mexikanische Küche verwendet ausserdem die getrockneten Blätter des Avocadobaumes als Gewürz. Dieses duftet leicht nach Anis.

Dass die Guacamole - ihres uralten Namens zum Trotz - in der heutigen Form kein Gericht sein kann, das die mexikanischen Ureinwohner zu sich nahmen, merkt man am Koriander. Dieser ist zwar charakteristisch für die mexikanische  Küche, doch als eines der ersten überhaupt von Menschen verwendeten Gewürze kam der Coriandrum Sativum erst mit den spanischen Konquistadoren in die Neue Welt. Weshalb die Einheimischen dieses Kraut so sehr in ihr Herz schlossen, ist nicht zu erklären. Gut möglich, dass die Spanier es ihnen einfach aufgedrängt hatten. Das Wort Koriander kommt aus dem Griechischen: «Koris» bedeutet Wanze. Dies macht verständlich, warum Koriander in der deutschen Sprache gern auch als Wanzendill bezeichnet wird. Die mexikanische Küche verwendet sowohl die Blätter, die Stengel und, wenn auch seltener, die Samen.

Wer keinen Koriander, Cilantro, mag, der wird Schwierigkeiten haben, sich für die mexikanische Küche zu begeistern. Wer ihn hingegen liebt, für den gibt es so paradiesische Gerichte wie den berühmten «Pescado en Cilantro». Das ist ein in Mexiko häufig servierter Fisch in Koriander, für den man einen halben Kochtopf voll Korianderblätter und -stengel braucht. Koriander sollte man mitsamt Wurzeln kaufen. Dann hält er sich länger.

Also, hier die Guacamole auch noch als Rezept:

Reicht für eine anständige Portion:
3 grosse Avocados (mind. 600 g)
2 Esslöffel fein gehackte Zwiebel (weiss)
4 Serrano-Chilies, fein gehackt
3 Esslöffel fein gehackter Korinander
etwa 150 g fein geschnittene Tomaten
Salz

Für die Dekoration:
Noch ein Teelöffel fein gehackte Zwiebel (weiss)
Noch zwei Esslöffel fein gehackter Koriander

Zwiebel, Chilies, Koriander zusammenmischen und mit Salz abschmecken.
Die Avocados halbieren, den Stein entfernen - und das Avocado-Fleisch aus den Schalen drücken. Mit einer Gabel zerdrücken (es soll kein Mus sein!), die Zwiebel-Chili-Koriander-Mischung sowie die Tomaten dazugeben. Gut durchmischen. Mit Zwiebel und Koriander dekorieren. Sofort servieren - eine Guacamole gehört auf keinen Fall in den Kühlschrank.

Speis und Trank, 30.12.2010




Frühstück:
nix

Mittagessen (office):
Callier-Branchli




Nachtessen (daheim):
eine Art Spaghetti Carbonara
grüner Salat
Prager, Grüner Veltliner Smaragd Stockkultur, 2007 - einer meiner allerliebsten Weissweine



dazwischen:
7 Espressi

abends:
der letzte Rest aus einer Flasche Auchentoshan. Der Name ist besser als der Inhalt. Dazu ein Stück Toblerone.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Grundlagen der mexikanischen Küche (3): Das Gericht der Engel




Bis auf die Lycopersion pimpinellifolium, die etwa so gross ist wie eine Johannisbeere, entstammen sämtliche Tomatensorten der Art Lycopersion esculentum. Es gibt da noch den Tomatillo, Physalis ixocarpa, das wie eine kleine Tomate heisst, auch so aussieht und in der mexikanischen Küche eine wichtige Rolle spielt. Die Ähnlichkeit der Bezeichnungen beruht allerdings darauf, dass die spanischen Konquistadoren (einmal mehr) nicht richtig zuhörten, was ihnen die Azteken zu sagen hatten: die bezeichneten die Tomate nämlich als «tomatl», den Tomatillo aber als «miltomatl».

Der Tomatillo, dem man aus unerfindlichen Gründen auch Schalentomate sagt, entfaltet sein Aroma erst im gegarten Zustand, dann ist sein Geschmack frischer, zitroniger als der einer Tomate - man verwendet ihn deswegen auch hauptsähclich für Saucen. Mehr gibt es zum Tomatillo nicht zu schreiben.; über die Tomate dagegen wurden schon diverse Bücher verfasst, was durchaus Sinn macht, denn allein schon die Geschichte, bis der Tomate ausserhalb von Lateinamerika endlich die Achtung entgegen gebracht wurde, die sie auch verdient, liest sich wie ein Roman. Die schönste Ode an die Tomate, die hat der Chilene Pablo Neruda verfasst; so recht trauen wir ihm aber nicht, denn er hat auch eine Ode an die Pommes frites geschrieben.

Zurück zur Geschichte. Früher sahen Tomaten nämlich ganz anders aus. Die glatthäutigen Exemplare, wie wir sie kennen und wie sie auch in der mexikanischen Küche verwendet werden, gibt es erst seit 1723. Gezüchtet hat sie ein Italiener, selbstverständlich musste es ein Italiener sein, denn die Italiener haben als einzige Europäer schon früh erkannt, welchen Schatz sie da vor sich haben. Ausserhalb von Mexiko und Italien werden Tomaten nämlich erst seit dem 20. Jahrhundert in grösseren Mengen verspiesen. Und die beiden Länder, deren Küche so stark von der Tomate beeinflusst ist (und die auch die gleichen Landesfarben haben), gehören nicht einmal zu den wichtigsten Produzenten, diese Rangliste führen die Chinesen an, wieder einmal sie, mit grossem Abstand. Es folgen die Amerikaner, Indien, Ägypten und die Türkei.

Es sollen hier ja keine Vorurteile gewälzt werden, aber China, Amerika, Indien, nun, das tut der Tomate per se nicht gut. Doch es gibt seit einigen Jahren auch wieder Lebenszeichen der schmackhaften Tomate, die nicht einfach ein rotes Ding ist, das zwar eine schöne Farbe, aber keinen Geschmack hat. Auch in Mexiko kommt man wieder zurück zu den einheimischen Gewächsen, besonders gut m Geschmack ist die winzige Cuatomate. Meist werden in der Küche aber die länglichen Jitomates Guajes sowie die grossen, runden Tomates de Bola verwendet. Eine typisch mexikanische Eigenheit ist auch, dass rote und grüne Tomaten zusammengekocht werden, damit die Sauce nicht zu süss wird.

Für eines der berühmtesten mexikanischen Gerichte, Mole, sind die Tomaten wesentlich. Den Mole - das Wort kommt aus dem Nahuatl, «molli», und bedeutet ganz einfach: ein Gemisch - gibt es in den verschiedensten Varianten (berühmt etwa: Guacamole), prinzipiell ist es einfach eine dicke, würzige Sauce. Einige dieser Saucen verdanken ihre Berühmtheit nicht der Tomate, sondern der Beimischung von - Schokolade.

El Mole Poblano, ein mexikanisches Nationalgericht, die wahre Herausforderung an eine jede Köchin, soll von einer Schwester Andrea erfunden worden sein, die dem Bischof bei einem Besuch des Konvents von Santa Rosa ein ganz besonderes Gericht vorsetzen wollte. Man braucht dafür neben Tomaten einen Truthahn, drei verschiedene Chilies, Rüben, viel Knoblauch und Zwiebeln, frischen Pfeffer, Koriander, Anis, Zimt, Sesam, Mandeln, Rosinen, Kürbiskerne, eine kleine Tortilla (ohne Tortilla geht in Mexiko gar nichts), getrocknetes Brot, ein wenig von der schon erwähnten Schokolade - und ganz viel Geduld. Andere Quellen sprechen davon, dass es Engel gewesen sein müssen, welche diesen Mole in seiner einmaligen Zusammensetzung kreiert haben - sicher ist nur, dass der Mole Poblano seit dem 17- Jahrhundert existiert und eine der ungewöhnlichsten Mischungen von Zutaten aus der Alten und Neuen Welt darstellt. Für den europäischen Gaumen ist das Gericht doch reichlich gewöhnungsbedürftig.

Mole de Olla, ein feines Süppchen, dem gerne auch Xoconstle, gesäuerter Thunfisch beigefügt wird, ist ein anderes berühmtes Mole-Gericht. Mole Verde verwendet Tomatillos und ist eine der eigentlich zu jeder Mahlzeit servierten Saucen.

Überhaupt die Saucen. Ohne können und wollen die Mexikaner gar nicht sein, und die meisten basieren irgendwie auf Tomaten; den Mexikaner im Ausland erkennt man daran, dass er immer eine Flasche «Valentina» dabei hat. ohne dieses scharfe Zeug kann er gar nicht überleben, würde vor lauter Heimweh umkommen, und er tropft es sich deshalb schon morgens mangels Huevos rancheros (Rührei nach Bauernart, mit jeder Menge Chilies) aufs Brötchen. Und dann ist da noch der rote Reis, bei dem die Tomaten nicht nur für die Farbe zuständig sind, den mag der Mexikaner so gerne wie der Japaner sein bleiches Korn.

Der Beginn: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (1): Das Wunder der Vielfalt
Dann: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (2): Kein Essen ohne Tortilla
Weiter: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (4): Vom Hodenbaum und Wanzen
Mehr: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (5): Scharf ist, was zwei Mal brennt
Noch mehr: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (6): Cacahuacuauhuitl?
Und noch mehr: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (7): Vom Trinken zum Essen
Und noch mehr: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (8): «Tequila ist Mexico»
Und: Die Grundlagen der mexikanischen Küche (9): Die «chicas» von Ciudad de Mexico

Bruichladdich - den ganzen Tag an Schnaps denken



Nennen wir ihn doch einfach Tim. Tim heisst tatsächlich Tim, und auch sein Nachname ist uns bekannt - in Grossbritanien so bekannt, dass er hier nicht genannt werden soll. Tim also hat ein bisschen Geld; so viel Geld, dass er nicht mehr zu arbeiten braucht. Er lässt radikale Rennwagen bauen, fährt diese auch und das ziemlich gut, und er investiert ein bisschen hier und ein bisschen da. Etwa in ein bekanntes Modeunternehmen. Oder in Bruichladdich (ausgesprochen bru--ich-laddie, für Freunde einfach nur laddy), einen lange nur in Fachkreisen und unter Liebhabern bekannten, schottischen Produzenten von Single Malt Whisky.

Warum Single Malts, warum gerade Bruichladdich? Tim: «Weil sie hier spinnen. These boys are crazy, completely over the edge. Sie lieben ihren Whisky über alles, sie pflegen ihre Destillerie besser als ihre Kinder, sie denken den ganzen Tag nur an Schnaps. Deshalb ist jedes Pfund hier gut investiert.» Meet the Boys: Mark Reynier, CEO, unglaublich blaue Augen, einst ein erfolgreicher Weinhändler. Simon Coughlin, Operations Director, schon seit dem Kindergarten die rechte Hand von Mark. Jim McEwan, Production Director, eine legendäre Figur im Whiskygeschäft. Duncan McGillivray, Distillery Manager, mit einem fiesen schottischen Akzent, für den man einen Übersetzer braucht. Jim und Duncan sind wahre Schotten, kauzige, knorrige Kerle, die zwar keinen Kilt tragen, aber trotzdem ungeschminkt in «Braveheart» mitspielen könnten. Mark hat eine schottische Mutter, nur Simon kommt aus dem Ausland, sprich: London.



Ort des Treffens: Bruichladdich, ein kleines Dorf auf der schottischen Insel Islay, die zu den Hebriden-Gruppe gehört. Islay hat 3500 Einwohner, neun Destillerien (neben Bruichladdich sind das Bowmore, Laphroig, Lagavulin, Ardbeg, Caol Ila, Bunnahabhainn, Kilchoman und seit kurzem wieder Port Charlotte), etwa eine Million Schafe, Bruichladdich, das sind 20 Häuser, eine Mole, eine 1881 gegründete, 1994 geschlossene und am 19. Dezember 2000 wieder eröffnete Destillerie. Auf Islay regnet es an etwa 300 Tagen im Jahr. Wobei das auch nur ein Gerücht sein könnte, um die Ausländer vom Festland abzuschrecken.

Der vorerst letzte Teil der Geschichte von Bruichladdich beginnt eines schönen Tages im Jahr 1985, als Mark Reynier auf einer Weinmesse eine Flasche Whisky gewinnt. Die Flasche hat einen Wert von 1000 Pfund (das war damals noch viel Geld), und der Mann, der sie ausgelost hat, bietet Reynier an, sie sofort zurückzukaufen. Die beiden Herren kommen ins Gespräch, und Reynier wird zu einer Degustation eingeladen. Er versteht etwas von Alkoholika, ist Weinhändler in der dritten Generation, kann die einzelnen Lagen im Burgund und in Bordeaux unterscheiden, hat das Zeug zum «Master of Wine». Und Reynier ist beeindruckt, vor allem von den Produkten von Bruichladdich - es ist Liebe auf den ersten Schluck.



Reynier bestellt sein jährliches Quantum direkt bei der Destillerie, kommt mit den Leuten ins Gespräch, hört, dass das Geschäft nicht gut läuft. Er deponiert bei den damaligen Besitzern, the Harvey Brothers, dass er interessiert wäre, Bruichladdich zu kaufen. Das macht er in Zukunft immer am 1. Januar eines neuen Jahres, doch er bekommt nie eine Antwort. Zwischen 1992 und 1994 wechselt die Destillerie viermal den Besitzer (Invergordon, Whyte & MacKay, Jim Bean und schliesslich Fortune Brands), bis die Amerikaner beschliessen, das Haus zu schliessen.

Nun wird Mark Reynier so richtig sauer. Mark Reynier kommt schnell in Rage, und wenn sich sein zur Hälfte schottisches Gemüt erhitzt, dann beginnt er zu stottern. Stotternd erzählt er, wie er die Amerikaner mit Briefen und Anrufen bearbeitet, ihm Bruichladdich zu verkaufen. Aber erst sechs Jahre später, im Sommer 2000, sind sie bereit, die Destillerie herzugeben. Die Bedingung ist einfach: Am 19. Dezember müssen 7 Mio. Pfund auf ein Bankkonto überwiesen sein. Die hat Reynier gerade nicht flüssig, deshalb macht er sich auf die Suche nach Investoren. Und findet sie auch, etwa den schon erwähnten Tim, oder Sir John MacTaggart, einen Grossgrundbesitzer und Baulöwen (der jetzt als Chairman amtet), oder die Familie Schroeder, Privat-Bankiers, die auf Islay ein anständiges Anwesen von einigen hundert Hektaren besitzen. 45 Anleger sind es, viele von der Insel - doch am 19. Dezember um 11.55 Uhr ist das Geld noch nicht auf dem Konto. Aber wie es immer ist in solchen Geschichten: Es ging doch noch alles gut.



So gut, dass Reynier Jim McEwan überzeugen kann, für ihn zu arbeiten. Jim ist «the one» im Whiskygeschäft, er hat 38 Jahre für Bowmore gearbeitet und gilt als wahrscheinlich bester Production Director in diesem Business. Dreimal war er «Distiller of the Year», hat auf der ganzen Welt Vorträge gehalten, wird von seinen Anhängern wie ein schottischer Kriegsheld verehrt. Ihn mit an Bord zu haben, das ist so etwas wie eine Erfolgsgarantie. Jim baut sich ein Haus gleich neben der Destillerie, und er holt die besten Leute, die er kennt, etwa Duncan McGillivray, für den keinerlei technische Probleme existieren. Ein Mann wie Duncan ist immens wichtig, denn Bruichladdich wurde 1881 gebaut und destillierte seinen Schnaps bis 1994 auf den gleichen, wunderschönen, aber halt alten Anlagen. Geld für neue Bottiche oder Brenngefässe gibt es keines, die alten Maschinen und Behälter werden von Duncan restauriert.

Am 29. Mai 2001, einem Sonntag, dringt morgens um 8.26 Uhr ein Jubelschrei durch die altehrwürdigen Hallen. Zum ersten Mal fliesst farbloser, knapp 80-prozentiger Alkohol aus den kupfernen «Pot-Stills». Bruichladdich ist wieder zum Leben erwacht - und damit ein Konzept, das in der traditionsreichen schottischen Whiskyindustrie seinesgleichen sucht. Zum Beispiel: Alle verwendeten Produkte sind schottisch. Hier kann sich Reynier wieder ereifern, stolpert charmant über seine eigenen Worte: «Wir verwenden ausschliesslich Wasser von der Insel. Und wir verwenden nur schottischen Weizen. Dies im Gegensatz zu unseren Konkurrenten, die das kaufen, was sie gerade kriegen können. Was am billigsten ist.»



Wenn Reynier von der Konkurrenz redet, dann stottert er heftig. All die Multis (Diageo, Pernod-Ricard) und Massenproduzenten (Glenfiddich, etc.) sind für ihn Verräter, Betrüger, Scharlatane. Die haben alle keine Ahnung, was sie machen, ehren die Traditionen nicht, produzieren lausige Qualität, sind nur am fetten Profit interessiert. Reynier: «Ja, wir sind das «enfant terrible» der Branche». Er, halb Engländer, halb Schotte, sagt tatsächlich in bester französischer Aussprache «enfant terrible». «Aber das macht uns Spass.»

Dass dieser Spass auch schmeckt, das lässt sich unterdessen beurteilen. Seit ein paar Jahren sind die ersten «neuen» Bruichladdich auf dem Markt - mindestens sieben Jahre Fass-Lagerung sind ein Muss für einen Single Malt. Und sie sind: Rein, ehrlich, ungefiltert, ohne Zusätze, kein Karamel, keine Chemie. Wie ein Whisky halt sein soll. Sein muss, ist sich die Bruichladdich-Crew einig. Doch «echte» Bruichladdich kann man schon seit 2001 trinken. In den 7 Mio. Pfund Kaufpreis war auch ein Lager von 1,4 Mio. Litern trinkreifem Whisky inbegriffen. Aus diesen Fässern hat Jim McEwan ein Produkteprogramm zusammengestellt, das Bruichladdich 2001 und 2003 in dieser eifersüchtigen, oft missgünstigen Branche den Titel «Distillery of the Year» eingebracht hat. Die Krönung war eine Abfüllung mit 40-jährigem Single Malt. Die Flasche kostet 1000 Pfund.



Das erste Tasting findet am Morgen um neun Uhr statt. Im Gegensatz zu einer Weindegustation wird beim Whisky nicht ausgespuckt, sondern geschluckt, damit sich auch der Abgang und der Alkoholgehalt beurteilen lässt. Jim geht von Fass zu Fass im «Warehouse Nr. 2», erzählt Geschichten von längst untergegangenen Destillerien und wie er vor 42 Jahren als 15-jähriger in der Mälzerei von Bowmore angefangen und als Lohn drei leere Flaschen pro Tag erhalten hatte, erklärt den Einfluss von amerikanischen Eichenfässern auf die Entwicklung des Whisky, füllt Gläser, giesst hier ein bisschen Wasser dazu, empfiehlt da, noch ein bisschen zu warten, damit sich das Bouquet besser entfalten kann. Je jünger der Whisky, desto mehr (schottisches) Quell-Wasser; einem alten Whisky muss man dagegen Zeit geben. Als Regel darf gelten, dass man für gut eingeschenktes Glas 40-jährigen Single Malt auch 40 Minuten brauchen soll, bis man ihn getrunken hat.

Im «Warehouse Nr. 2» lagert der persönliche Schatz des Jim McEwan, einige hundert Fässer Whisky, die er für insgesamt 1 Mio. Pfund von anderen Destillerien aufgekauft hat. Ein 24-jähriger Lagavulin, der in einem alten Portwein-Fass ruht, ein 18-jähriger Auchentosian, den er für einige Monate in einem Fass gelagert hat, in dem vorher Viognier-Weisswein ausgebaut worden ist. Es ist dies der zweite Geschäftszweig von Bruichladdich, das so genannte «Ace» (Advanced Cask Enhancement). Jim gibt den Whisky in Fässer, die vorher noch niemand für die Lagerung von Whisky verwendet hat, Fässer, in denen vorher Süsswein von Château d'Yquem reifen durfte. Oder Madeira. Das gibt den exklusiven Flaschenabfüllungen einen einzigartigen Geschmack. Und oft auch einige eigenartige Farbe, wie etwa einem 20-jährigen Bruichladdich, der sich in einem Madeira-Fass schwülstig rosarot verfärbte. Die Branche lachte Jim McEwan aus, als er «Flirtation» präsentierte - die Kunden kauften die Gestelle leer, «Flirtation» (Werbespruch: «When did you have last time a flirt with a 20-year old?») ist ein Bestseller geblieben.



Die Idee verfolgte Jim schon bei Bowmore, doch jetzt bei Bruichladdich hat er dank den Beziehungen des ehemaligen Weinhändlers Reynier ganz andere Möglichkeiten. Er kommt an Fässer, von denen er vorher nur träumte. Und er kommt auch an seine Grenzen: «Ich habe schon ganze Fässer mit ausgezeichneten Produkten zu lange in einem Madeira-Fass gelagert. Das schmeckte dann fürchterlich - und lässt sich nicht mehr korrigieren». Dann zieht er ein paar Schlucke von einem Fass ab, das ihm persönlich gehört: «Lochside, 1966». Dann sagt er nichts mehr. Muss er auch nicht. Es ist - der Himmel, wie Fruchtsaft, wie Honig, wie Ambrosia. Hier braucht es kein «enhancement» mehr. Jim und alle, welche die Ehre haben, sind in Gedanken versunken.

Mark Reynier gibt zu, dass er anfangs hinter seinem «business plan» zurück lag. Aber unterdessen verdient er gut Geld. Der Überschuss wird sofort wieder investiert, man hat begonnen, auf Islay eigenen Weizen anzubauen - eine Sorte, die im 8. Jahrhundert von den Wikingern auf die Insel gebracht worden war. Geringerer Ertrag, aber halt eben das Original. Als Nächstes folgte eine eigene Mälzerei. Damit ist Bruichladdich vollkommen autark; eine eigene Abfüllerei wurde gleich zu Beginn gebaut, um die Abhängigkeiten auf ein Minimum zu beschränken. Hier beschäftigt Bruichladdich fünf einheimische Behinderte, ein sozialer Akt, wie er auf Islay einmalig ist.



In seinem schrecklich eingerichteten Büro erzählt Reynier, auf einem geblümten Sofa sitzend, wie er die schottische Whisky-Industrie retten will: «Ich kann nicht zusehen, wie die Single Malt Whisky zu reinen Marketing-Produkten verkommen». Das neuste Projekt von Bruichladdich: Da wurde gerade die Destillerie von Port Charlotte wieder zum Leben erweckt. Port Charlotte war seit 1929 nicht mehr in Betrieb. Reynier gerät wieder ins Schwärmen - doch mittlerweile ist es 17 Uhr, Reynier schenkt sich und seinem Gast reichlich vom 40-jährigen Bruichladdich ein: «Enjoy it». Er wärmt das Glas mit der Hand, steckt seine Nase tief hinein, atmet den Duft ist, und schweigt dann verzückt. Es muss Liebe sein.

Speis und Trank, 29.12.2010. Plus: Suure Mocke



Frühstück:
nix

Mittagessen (Zum Brunnen, Fraubrunnen*):
grüner Salat
Suure Mocke, Kartoffelstock
ein Bier, Mineralwasser, Espresso



Nachtessen (daheim, alle krank):
letzte Resten von svenska julbordet

dazwischen:
10 Espressi

später des Abends:
in stiller Demut eine kleine Verkostung von Bruichladdich-Whisky (davon später mehr).



* Rufibach vom «Zum Brunnen» im bernischen Fraubrunnen ist berühmt für seinen «suuren Mocken». Vielleicht ist er der beste überhaupt, den man in einem Restaurant essen kann. Auf seiner Homepage, www.suuremocke.ch, kann man auch das Rezept nachlesen. Wir zeigen es aber gerne auch hier:

Rezept für 4 Personen:
200g Röstgemüse (1/3 Zwiebeln, 1/3 Sellerie, 1/6 Rüebli, 1/6 Knobli)
1 kleiner Lauchstängel
2 Lorbeerblätter
4 Nelken
5 Wacholderbeeren, zerdrückt
10 schwarze Pefferkörner, zerdrückt
1 Rosmarinzweig
1 dl Rotweinessig
7 dl Rotwein (Dôle oder Pinot noir)
1 kg Rindsschulter (am besten von der jungen Kuh)
4 EL Olivenöl
30g Tomatenpüree
2 dl Dôle oder Pinot noir
wenig Maizena
50g eiskalte Butter
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Röstgemüse in grobe Würfel schneiden. Alle Zutaten für die Beize (bis und mit 7 dl Rotwein) in eine Schüssel geben, das Fleisch hineinlegen. Über Nacht in der Küche stehen lassen. Dann für eine Woche in den Kühlschrank stellen. Alle zwei Tage das Fleisch wenden.
Fleisch und Röstgemüse aus der Beize nehmen, sehr gut abtropfen. Marinade auf kleinem Feuer langsam aufkochen und sieben. Das Gemüse in 2 Esslöffeln Olivenöl anrösten, Tomatenpurée dazugeben und mitrösten. Mit Rotwein ablöschen, zur Hälfte einkochen lassen. Mit gesiebter Beize auffüllen, aufkochen, salzen.
Das Fleisch in heissem Olivenöl in einer Eisenpfanne rundum anbraten, in die Sauce geben und im Ofen bei 160 Grad ca. 3 bis 4 Stunden zugedeckt weich schmoren (köcheln!)
Fleisch herausnehmen, warm stellen. Sauce sieben, entfetten, auf ca. 5 dl reduzieren, mit Maizena binden, abschmecken. Vor dem servieren 50g kalte Butterwürfel in die Sauce geben, gut rühren. Fleisch in Scheiben schneiden, auf Platte oder Teller anrichten und mit Sauce übergiessen. © Alex Rufibach

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Grundlagen der mexikanischen Küche (2): Kein Essen ohne Tortilla



Mais (zea mays) ist das einzige Getreide und wohl überhaupt das einzige Nahrungsmittel vegetabilischer oder animalischer Natur, das sich nicht ohne menschliche Hilfe fortpflanzen kann - würde der Mensch nicht den Maiskolben öffnen und die Körner säen, so würde der Mais von einem Jahr zum anderen aussterben. Zwar glaubt man mittlerweile, in Mexiko eine 7000 Jahre alte Wildform des Maises gefunden zu haben, doch es bleibt ein Rätsel, wie diese Pflanze entstehen und dann auch noch überleben konnte.

Als der spanische Eroberer Cortez im November 1519 die Bekanntschaft von Moctezuma II. Xocoyotzin (ja, das ist der, der uns die berühmte Rache Montezumas geschenkt hat), kannte dieser Tortillas - genannt tlaxcalli: Mais war in Mexiko im Überfluss vorhanden und wurde sogar am Strassenrand angebaut, damit sich die Armen bedienen konnten.

Dermassen beliebt wie in Mittel- und Südamerika, wo Mais mehr noch als Kartoffeln das Grundnahrungsmittel ist, wurde Mais in anderen Gegenden der Welt allerdings nie - irische Armenhäusler revoltierten gar, als man ihnen nach der schrecklichen Kartoffelfäule 1845 Maisbrei vorsetzen wollte. Die Mexikaner dagegen können sich ein Leben ohne Mais gar nicht vorstellen: Ohne Mais keine Tortilla, und ohne Tortilla - aber wir wollen an dieser Stelle nicht spekulieren. Im Jahresschnitt isst jeder Mexikaner über 100 Kilo Tortillas. Doch damit nicht genug: In den USA sind Tortillas hinter Weissbrot das am meisten verkaufte Brotprodukt, Tendez rapide steigend. Im Jahr 2000 waren in den USA noch für knapp über 500 Mio. Dollar Tortilla-Produkte verkauft worden, 2007 belief sich das Markt-Volumen schon auf gut 2,5 Mrd. Dollar.

Die Zubereitung einer Tortilla ist ganz einfach - zumindest in der Theorie. Zuerst macht man einen Teig, indem man die Maiskörner leicht röstet und kurz in einer Lösung aus ungelöschtem Kalk und Wasser kocht. Dieser Prozess heisst Nixtamalisation, verbessert den Nährwert des Maises und macht es überhaupt möglich, dass aus diesem Teig ein Flachbrot entstehen kann (so ganz nebenbei gilt die Nixtamalisation als eine der wichtigsten Erfindungen der mesoamerikanischen Zivilisation; in Europa hat dieser Prozess bis heute keinerlei Bedeutung). Der Teig nun, Masa genannt, wird von Hand geformt, flach ausgelegt, ausgewalzt, gedrückt, wie man will, und auf einer Art Kuchenblech, am besten einer echten mexikanischen Comal, gebacken. Kleine, braune Punkte soll sie haben, schön weich soll sie sein.

Wie lange eine Tortilla gebacken wird, wieviel Wasser für die Zubereitung des Teigs benötigt wird: In Mexiko würde man sagen «lo necesario», so viel es halt braucht. Ausser in Mexiko nimmt sich niemand die Mühe, eine echte, frische Tortilla zuzubereiten, hierzulande kauft man sie im Reformhaus (und so schmeckt sie dann auch). Auch gibt es die so genannte Masa harina, eine Art Maismehl, aber mit normalem Maismehl gelingt eine Tortilla so gut wie nie, dann verwendet man besser eine Mischung aus Mais- und Weizenmehl - was kein Verbrechen gegen die mexikanische Kochkultur darstellt, im Norden des Landes werden ausgezeichnete Tortillas nur aus Weizenmehl hergestellt.

Eine besonders gute Mais-Tortilla ist fast durchsichtig, in der Provinz Oaxaca ist man besonders stolz auf die besonders dünnen Tortillas, während man sie in Guadalajara je dicker, je lieber hat. Eine Tortilla isst man auch dann, wenn man gar keinen Hunger mehr hat; sie hilft bei der Verdauung. Ausserdem kann man sie als Löffel verwenden - und wenn es schnell gehen soll, dann dient sie auch als Teller. Serviert werden Tortillas so heiss wie möglich, man hält sie im Backofen warm, und immer, zu jedem Essen, morgens schon zum Frühstück, und auch spät nachts, wenn nur noch Bier und Tequila auf dem Tisch stehen, dann stehen da auch immer Tortillas und eine scharfe Sauce.

Weil man nun aber von der Tortilla allein nicht leben kann, haben die Mexikaner noch einige Abwandlungen erfunden. Tacos sind weiche, wunderbare, gefüllte und aufgerollte Tortillas (so wird das in Mexiko verstanden; in der in unseren Breitengraden bekannteren Tex-Mex-Küche sind Tacos vertrocknete, zähe Dinger, die man in unnötig scharfe Saucen dippt). Um alles noch unklarer zu machen: In Europa nennt man die gefüllten «weichen» Tortillas meist Fajitas, in den USA heissen sie «Burrito» (was in Mexiko wieder etwas ganz anderes ist, siehe weiter unten). . Für den Mexikaner ist der Taco der Quell des Lebens, Tacos gibt es den ganzen Tag, immer, überall, der Mexikaner liebt seinen Taco, und wenn er mal seinen liebsten Strassenverkäufer gefunden hat, dann bleibt er diesem gerne sein Leben lang treu. In Mexico-Stadt isst man den Taco am liebten «con cecina» (gebratenes Rindfleisch) oder «al pastor» (eine Art Kebab), an der Küste selbstverständlich mehr mit «camarones» (fritierte Crevetten).

Werden diese Tacos dann auch noch gebraten, nennt man sie Flautas, sind sie zusätzlich mit Fleisch und Gemüse gefüllt, dann werden sie zu Burritos (siehe auch weiter oben). Quesadillas bestehen aus gefüllten, zu Halbmonden gefalteten Tortillas - und sind auch gebraten. Bestreicht man eine gebratene Tortilla mit Bohnenmus und ziert das noch mit Fleisch-, Fisch- oder Geflügelstreifen, dann erhält man Tostadas. Enchilladas schliesslich sind Tortillas, die man mit einer roten oder grünen Tomatensauce bestreicht, dann brät und mit einer Füllung aufrollt.

Ach, da hätten wir fast noch die Totopos vergessen, auch Tostaditas genannt; kleine, knusprig gebratene Stück von den Tortillas von gestern, die man in Guacamole oder ein Bohnenmus oder in eine andere der für die mexikanische Küche so elementare Salsa dippt. Ein Stück weiter noch als die Tortilla und ihre Verwandten, elaborierter sind die Tamales, süss oder scharf, die früher immer der Höhepunkt einer Fiesta waren, heute aber an jeder Strassenecke zu kaufen sind.